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Data Engineer

Der Data Engineer baut die Dateninfrastruktur.

Er sorgt dafür, dass Daten:

  • zuverlässig erfasst
  • korrekt transformiert
  • konsistent gespeichert
  • sicher zugänglich
  • reproduzierbar verarbeitbar

sind.

Ohne Data Engineering gibt es keine verlässliche Datenbasis.


1. Kurzdefinition

Ein Data Engineer verantwortet:

  • Datenpipelines (ETL/ELT)
  • Datenmodellierung
  • Datenqualität
  • Verfügbarkeit und Skalierung
  • Governance und Zugriffskontrolle

Er baut Systeme – nicht Reports.


2. Was macht ein Data Engineer konkret?

2.1 Datenintegration

  • Datenquellen anbinden (APIs, DBs, Events)
  • Batch- und Streaming-Prozesse definieren
  • Schema-Transformationen implementieren
  • Versions- und Formatänderungen absichern

2.2 Datenmodellierung

  • Normalisierte oder analytische Modelle (z. B. Star Schema)
  • Definition von Fact- und Dimension-Tabellen
  • Umgang mit Slowly Changing Dimensions
  • Performance-Optimierung für Abfragen

Schlechte Datenmodelle führen zu falschen Analysen.


2.3 Datenqualität

  • Validierungsregeln definieren
  • Null-/Fehlwerte-Strategien
  • Deduplizierung
  • Monitoring von Anomalien
  • Data Lineage

Datenqualität ist ein Qualitätsmerkmal – kein Nebeneffekt.


2.4 Pipeline-Architektur

  • Orchestrierung (z. B. DAGs)
  • Retry-Strategien
  • Idempotenz
  • Fehlertoleranz
  • Monitoring

Pipelines müssen reproduzierbar und deterministisch sein.


2.5 Governance & Sicherheit

  • Zugriffskonzepte
  • Datenschutz (PII/PHI)
  • Datenklassifizierung
  • Auditierbarkeit
  • Retention-Strategien

Daten sind ein Risiko – nicht nur ein Asset.


3. Was ein Data Engineer nicht ist

  • kein Data Analyst (interpretiert nicht primär)
  • kein ML-Engineer (trainiert keine Modelle)
  • kein klassischer Backend-Developer
  • kein Dashboard-Bauer

Er liefert die Grundlage für alle anderen datenbezogenen Rollen.


4. Schnittstellen der Rolle

Data Analyst

  • benötigt saubere, stabile Daten
  • definiert analytische Anforderungen
  • meldet Qualitätsprobleme zurück

Engineering-Teams

  • liefern Events
  • müssen Tracking-Standards einhalten
  • sind Quelle von Datenänderungen

Security / Compliance

  • Datenschutz
  • Zugriffskontrolle
  • regulatorische Anforderungen

5. Typische Reibungsfelder

Data vs. Product

„Wir brauchen schnell Daten“ vs. „Wir brauchen saubere Daten“

Data vs. Engineering

Tracking-Disziplin vs. Delivery-Druck

Data vs. Management

„Warum dauert das so lange?“ → weil saubere Dateninfrastruktur Architekturarbeit ist.


6. Data Engineer im Qualitätskontext

Stufe 1:

  • oft rudimentäre Datenpipelines

Stufe 2:

  • definierte Datenmodelle
  • Basis-Qualitätsregeln

Stufe 3:

  • Monitoring & Data Lineage
  • reproduzierbare Pipelines
  • Versionierung

Stufe 4–5:

  • Auditierbarkeit
  • vollständige Traceability
  • regulatorische Anforderungen
  • dokumentierte Governance

Datenqualität wird in hohen Qualitätsstufen prüfbar.


7. Typische Anti-Patterns

  • Direktzugriffe auf Produktionsdaten
  • Unversionierte Transformationslogik
  • „Fix im Dashboard“
  • Keine Dokumentation von Datenquellen
  • Kein Ownership für Datenmodelle
  • Schemas ohne Governance

Solche Muster führen zu:

  • inkonsistenten Reports
  • falschen Entscheidungen
  • regulatorischem Risiko

Kernaussage

Der Data Engineer macht Daten verlässlich.

Er reduziert Unsicherheit nicht durch Interpretation – sondern durch Struktur, Qualität und Reproduzierbarkeit.

Ohne Data Engineering wird Datenanalyse zum Glücksspiel.